Wie Sven Hüber als Polizeigewerkschafter den Notstand probt
- Nick van Riel
- 5 days ago
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Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Dort könnte die AfD sogar die absolute Mehrheit holen und damit alleine die Regierung stellen. Davor warnt jetzt der Vizevorsitzende der Polizeigewerkschaft GdP.

Status des Subjekts: Stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).
Diagnose: Akuter Weimarer Fiebertraum gepaart mit historischer Amnesie.
Symptomatik: Warnung vor der unmittelbar bevorstehenden Machtergreifung und Aufruf zum zivilen Ungehorsam im Dienstrock.
Der Befehl zum zivilen Ungehorsam
Sven Hüber hat wieder zugeschlagen. Der Vizechef der größten Polizeigewerkschaft der Welt nutzt das digitale Magazin der GdP nicht etwa für langweilige Themen wie Beförderungsstau oder Ausrüstungsmängel. Nein, Herr Hüber hat Größeres vor: In seiner epochalen Schrift „Richtig Nein sagen“ ruft er seine über 200.000 Kolleginnen und Kollegen vorsorglich zum Widerstand auf.
Originalpublikation:
(Der Aufsatz „Richtig Nein sagen“ von Sven Hüber befindet sich im Bundesteil ab Seite 3).
Denn Sven Hüber weiß genau: Die AfD steht quasi schon mit gepackten Koffern kurz vor dem Einmarsch ins Ministerium. Und weil die Partei in Hübers analytischer Tiefe exakt der NSDAP entspricht, muss die Polizei jetzt aber ganz dringend den „inneren Notstand“ proben.
Nach Hübers verfassungsrechtlicher Logik reicht der geleistete Diensteid nämlich nicht mehr aus, um einfach seinen Job zu machen – man muss als Polizist schon vor der Wahl wissen, was man nicht wählen darf.
Wer mit der AfD sympathisiere, habe im Polizeiberuf schlicht nichts verloren. Ein faszinierendes Demokratieverständnis: Polizeibeamte verteidigen die Verfassung am besten dadurch, dass sie gewählten Regierungen prophylaktisch schon mal die Gefolgschaft verweigern.
Methodische Analyse: Der Experte für Diktaturenschutz
Wenn man wissen möchte, wie man eine Demokratie vor dem Umsturz schützt, fragt man am besten einen echten Fachmann für staatliche Repression. Und da ist Sven Hüber nun wirklich eine Koryphäe.
Ein Blick in seine wissenschaftliche Vita verrät beeindruckende Qualifikationen:
Praxiserfahrung im Grenzschutz: Als ehemaliger Politoffizier und stellvertretender Kompaniechef bei den DDR-Grenztruppen wusste Hüber schon vor 1989 ganz genau, wie man Bürger an der falschen Gesinnung hindert.
Pädagogisches Geschick: Als FDJ-Jugendinstrukteur schulte er Grenzsoldaten politisch genau an dem Abschnitt, an dem 1989 Chris Gueffroy als letztes Opfer der Berliner Mauer erschossen wurde.
Wissenschaftliche Unabhängigkeit: In seiner Diplomarbeit entlarvte Hüber den Bundesgrenzschutz einst messerscharf als „Instrument imperialistischer Macht- und Herrschaftssicherung“.
Später erklärte Herr Hüber vor Gericht natürlich ganz bescheiden, er habe damals ja eigentlich nur „Jugend- und Freizeitarbeit“ gemacht. Ein bisschen Töpfern, ein bisschen Singen, ein bisschen Agitation – wer unterscheidet das schon so genau?
Fazit der Untersuchung
Es ist von einer geradezu atemberaubenden Komik, wenn ausgerechnet ein ehemaliger Indoktrineur einer echten Diktatur heute als oberster Hüter der Freiheit auftritt. Sven Hüber wähnt sich im Jahr 1933 und phantasiert über die polizeiliche Selbstermächtigung gegen künftige Innenminister.
Dass seine gedanklichen Trockenübungen für den Staatsstreich von unten rechtlich eher auf wackligen Füßen stehen, stört den gewerkschaftlichen Chefideologen wenig. Hauptsache, der Haltungskompass stimmt – damals wie heute.



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