Unbekannte Drohnen über dem Steinhuder Meer gesichtet
Unsere tägliche Drohne gib uns heute. Diesmal hat es Niedersachsen erwischt – genauer gesagt das Steinhuder Meer.

Blöd nur, dass gar kein russisches Konsulat mehr in der Nähe ist, das man als spontane Relevanzmaßnahme schließen könnte, aber irgendwie muss die Suppe eben am Kochen gehalten werden. Schließlich läuft das beliebte Drohnenschauspiel schon seit zwei Jahren. Wobei der Fall Leipzig zugegeben ein besonders gut aufgeblasenes Nichts war.
Anatoli Scharijs Zeuge merkte treffend an, wie schnell die Medien mitten in der Nacht auf dem gesperrten Areal bereitstanden. Für ein schlichtes "Nichts" stellt sich schließlich kein Journalist freiwillig die Nacht an einem Landefeld um die Ohren.
Da Leipzig offenbar nicht mehr zog, musste ein neues Setting her: Der größte See Norddeutschlands. Ein idyllisches Ausflugsziel, an dem Bürger tatsächlich aus rein landschaftlichen Gründen Kameras steigen lassen. Da in der Nähe von Wunstorf allerdings Bundeswehrstandorte liegen, roch man natürlich sofort die große Spionageoperation statt harmloser Urlaubsaufnahmen.
Beim Elektronikmarkt um die Ecke oder auf Amazon stapeln sich Hunderte Modelle zwischen 50 und 3.500 Euro samt Zubehör und Einzelteilen. Und was wird uns über Wunstorf erzählt? Es sei ein Bauteil aus dem 3D-Drucker entdeckt worden.
Wer einen 3D-Drucker bedienen kann, schafft es meistens auch, ein Ganzes im Laden zu kaufen. Das Märchen vom mysteriösen 3D-Druck dient vermutlich nur dazu, abzulenken: Drohnen sind längst stinknormale Alltagsgegenstände.
Gerade nahe Flugplätzen wimmelt es von Planespottern und Foto-Fans. Dass sich nicht jeder Hobby-Paparazzo an Führerscheinpflichten hält, ist so überraschend wie Falschparken.
Aus jeder herumfliegenden Konsum-Drohne ein Spionagedrama zu drehen, gleicht dem Versuch, jedem Mann im Neoprenanzug den Anschlag auf eine Pipeline zu unterstellen.
Besonders amüsant: Ursula von der Leyen attestierte der Leipziger Drohne umgehend "militärisches Material" – was nicht einmal die Bundesanwaltschaft behauptete.
Und die estnische Intelligenzbestie Kaja Kallas witerte gar "staatlich finanzierten Terrorismus". Dabei hat nicht einmal irgendetwas "Bumm" gemacht. Vielleicht sollten die Sicherheitsbehörden ihre Fundstücke künftig mit einem Soundchip ausstatten, der beim Aufprall ein leises "Puff" abspielt.
Was genau sollte in Wunstorf überhaupt so brennend interessant sein, das hochauflösende Satellitenaufnahmen nicht abdecken? Flugzeuge auf der Landebahn zählen?
Wenn dieser ständige Paranoia-Zirkus nicht dazu dienen würde, die Aufrüstungsspirale weiterzudrehen und Milliarden in den Konflikt zu pumpen, könnte man herzhaft darüber lachen.



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