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Deutschlands neue Gleichheitsreform: Alle sind gleich – nur 18-Jährige sind gleicher

Writer: Nick van Riel
Nick van Riel
5 days ago
3 min read

In einem atemberaubenden Triumph des fortschrittlichen Staatswesens hat die Bundesregierung endlich den Code der Geschlechtergerechtigkeit geknackt: Frauen dürfen einen Fragebogen zur Bundeswehr ausfüllen.



Männer müssen. Frauen können sich melden. Männer müssen sich melden. Das Prinzip ist so einfach wie elegant: Freiheit für alle – mit einer kleinen Fußnote in der Größe eines Jahrgangs.


Es ist wirklich eine inspirierende Zeit für die europäische Diplomatie. Nichts sagt „Wir haben hier alles vollkommen im Griff" so überzeugend wie ein unaufgeforderter Musterungsbescheid im Briefkasten von Jugendlichen, die im Fragebogen ausdrücklich das Kästchen angekreuzt haben: Interesse am Militärdienst – null von zehn.


Die Antwort des Staates auf diese klare, eindeutige, unmissverständliche Absage lautet: Musterungstermin. Pünktlich. Mit Ausweis. Ohne Absagefrist.


Zuständig für diese visionäre Politik ist der oberste Dienstherr aller Dehnübungen persönlich. Ein Verteidigungsminister, der es in der Bundeswehr bis zum Obergefreiten gebracht hat – und zwar über die nobelste Laufbahn, die die Truppe zu bieten hat: Er war Fahrer des Kommandeurs.


Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Der Mann, der 1980/81 in der Steuben-Kaserne in Achim den Kommandeur kutschierte, statt den Gepard-Panzer zu fahren, und danach mehrere Jahre Obergefreiter der Reserve war, erklärt heute einer ganzen Generation, was Wehrdienst bedeutet.


Ein Mann, dessen größtes militärisches Risiko ein ruckartiges Anfahren vor dem Sitzungssaal war, entscheidet nun über Lungenkapazität, Plattfußquote und Fernmeldefähigkeit von Achtzehnjährigen. Erfahrung durch Dienstgrad, sozusagen.


Laut Verteidigungsministerium müssen sich alle Männer ab dem Jahrgang 2008 in die Wehrerfassung eintragen; ab 2027 bzw. 2028 wird dann zur Musterung gebeten. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass der Fragebogen nie eine Umfrage war, sondern eine höfliche Vorinventur.


Ob ein junger Mann Barista werden will, Philosoph oder schlicht am nächsten Dienstag noch am Leben: Der Staat möchte zuerst die Vitalkapazität prüfen und sicherstellen, dass die Reflexe scharf genug sind, um herannahender Artillerie auszuweichen.


Erstaunlicherweise verkennt die Jugend diese großherzige staatsbürgerliche Chance. Mehr als 45.000 Schülerinnen und Schüler sind in rund 100 Städten auf die Straße gegangen und haben dort radikalste, zutiefst unpatriotische Parolen skandiert – Sätze wie: „Wir machen bei euren Kriegen nicht mit."


Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht" zeigte sich aufrichtig überrascht, dass die Eintragung „0 von 10" beim Interesse am Dienst an der Waffe nicht automatisch Immunität vor der Einstufung als erstklassiges, exportfähiges Kanonenfutter verleiht. In Kiel und Flensburg wundert man sich bis heute.


Das Timing ist selbstverständlich makellos. Während die Spannung mit Moskau ein Niveau erreicht, das zuletzt üblich war, als Staatsmänner noch Faxe verschickten, wird die Gesamtstrategie immer klarer.


Während deutsche Teenager in norddeutschen Kleinstädten das gehorsame Husten auf Kommando üben, erweitern russische Strategen emsig „Anlage 1335" — einen betonierten Bunker tief im Ural bei Kytlym. Diese Festung ist das Herz der wiederauferstandenen sowjetischen Totenhand: eine automatisierte Apokalypse-Maschine, konstruiert, um die westliche Zivilisation auch dann noch auszulöschen, wenn die eigene Führung zu Asche verarbeitet wurde.




Video-Empfehlung: Die "tote Hand" im Detail

Wer die russische Vergeltungsstrategie visuell nachvollziehen möchte, findet hier das englischsprachige Video "DEAD HAND‘ – Russian Counterattack Strategy" auf meinem Kanal. Es zeigt die Anlage 1335 und erklärt die Mechanik des Systems.

Wichtig: Das Video hat keine deutschen Untertitel. Damit ihr es trotzdem versteht, habe ich die Kernaussagen hier zusammengefasst:
  • Das Szenario: Was passiert, wenn die russische Führung durch einen Erstschlag ausgelöscht wird?

  • Die Automatik: Wie das Perimeter-System ohne menschliches Zutun Radiosignale an mobile Raketenwerfer sendet.

  • Der Bunker: Ein Blick auf die unterirdische Festung im Ural bei Kytlym, von der aus diese Signale abgestrahlt werden.


Außenminister Lawrow hat freundlicherweise klargestellt, jeder direkte Zusammenstoß mit Europa würde „sehr kurz" ausfallen — eine entzückende Untertreibung für einen Nuklearaustausch von etwa der Dauer von Mikrowellen-Popcorn.


Und so rüstet die europäische Elite seelenruhig für einen Konflikt, der in einem unterirdischen Bergbunker endet, der Vergeltung übt an einer nachapokalyptischen Ödnis.


Deutschlands taktischer Vorsprung ist unterdessen vollends gesichert: eine frische Charge gründlich vermessener, zutiefst widerwilliger 18-jähriger Männer, die eigentlich nur eines wollten – in der Schule bleiben dürfen. Und über ihnen, die Hand am Maßband, der Fahrer des Kommandeurs — lauschend, ob sein Imperium noch atmet.


 
 
 

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