top of page
Search

Der historische Verzicht: Wie Jens Spahn für 17.300 Euro im Monat den Gürtel enger schnallt

  • Writer: Nick van Riel
    Nick van Riel
  • Jul 20
  • 2 min read

Ein Beben geht durch die politische Landschaft, Papiertücher werden für die Freudentränen des Verzichts gereicht: Jens Spahn hat mit sofortiger Wirkung den Vorsitz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion niedergelegt.

 


Medien sprechen bereits in ehrfürchtigem Tonfall vom „großen Rücktritt“. Ein Mann opfert seine Karriere auf dem Altar des privaten Glücks.

 

Wer allerdings befürchtet hat, der arme Mann müsse nun beim BAföG-Amt anklopfen oder Pfandflaschen im Müllsucher-Radius des Reichstagsgebäudes sammeln, darf beruhigt durchatmen. Der Begriff „Rücktritt“ genießt in der Berliner Blase nämlich eine äußerst flexible Definition.

 

Ein bisschen Schmerz muss sein: das harte Schicksal eines einfachen Abgeordneten

Tatsächlich hat Herr Spahn nämlich keineswegs sein Bundestagsmandat niedergelegt – wo kämen wir da auch hin? Er bleibt selbstverständlich direkt gewählter Abgeordneter für seinen geliebten Wahlkreis Steinfurt I – Borken I.

 

Der dramatische Verzicht beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass die saftigen Funktionszulagen für den Fraktionsvorsitz wegfallen. Ein harter Schlag, ohne Frage. Um die Existenzangst zu lindern, bleiben ihm jedoch die bescheidenen Grundbezüge eines gewöhnlichen Volksvertreters erhalten.

 

Ein Blick auf den monatlichen Steuerzettel zeigt das Ausmaß dieser entbehrungsreichen Selbstkasteiung:

 

  • Grundgehalt (Diät): schmale ca. 11.833 Euro (leider steuerpflichtig, das Schicksal trifft uns alle).

  • Kostenpauschale: bescheidene ca. 5.467 Euro (immerhin steuerfrei, man gönnt sich ja sonst nichts).

  • Gesamteinkommen: ein furchteinflößend schmales Trostpflaster von rund 17.300 Euro pro Monat.

 

Wie man mit diesem schmalen Salär in Zeiten der Inflation überhaupt den Wocheneinkauf bestreiten soll, bleibt Spahns persönliches Geheimnis. Wir wünschen an dieser Stelle starkes Durchhaltevermögen.

 

Volle Rechte, volle Pension: Der Held des Parlamentsalltags

Wer glaubt, Spahn würde sich nun weinend in die parlamentarische Bedeutungslosigkeit zurückziehen, irrt gewaltig.

 

Der Arbeitsalltag geht mit unverminderter Härte weiter: Als vollwertiges Fraktionsmitglied darf er weiterhin an den Debatten teilnehmen, fleißig Kärtchen in Abstimmungsurnen werfen und sich in Ausschüssen für das Wohl des Volkes aufreiben.

 

Auch um seine Altersvorsorge muss sich die Bevölkerung glücklicherweise keine Sorgen machen. Da er sein Mandat wacker behält, wachsen die Pensionsansprüche munter weiter. Der Wohlstand im Ruhestand ist gesichert – man möchte fast stoßseufzend „Danke!“ in Richtung Berlin rufen.

 

Das private Glück ruft (und Alexander Hoffmann übernimmt)

Den emotionalen Höhepunkt lieferte Spahn mit der Begründung für seinen Schritt: Das private Glück, Vater zu werden, lasse sich schlichtweg nicht mehr mit den unerbittlichen Anforderungen seines hohen politischen Amtes vereinbaren.

 

Eine rührende Geste – wer würde nicht gerne für läppische 17.300 Euro im Monat etwas mehr Zeit für die Familie haben?

 

Bis ein würdiger Nachfolger gewählt ist, übernimmt CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann vorübergehend die Amtsgeschäfte im Fraktionsvorsitz. Er wird das schwere Erbe antreten und die zusätzlichen Zulagen tapfer ertragen müssen.

 

Deutschland blickt gerührt auf Jens Spahn: ein Mann, der zeigt, dass man auch mit drastischen Gehaltseinbußen auf hohem Niveau überleben kann.

 
 
 
bottom of page