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Die hohe Kunst der Diplomatie: Einfach alle rausschmeißen

Writer: Nick van Riel
Nick van Riel
Sep 18
1 min read

Updated: Sep 20

Wenn es um messerscharfe Analysen und feingliedrige Außenpolitik geht, ist Marie-Agnes Strack-Zimmermann bekanntlich nie weit.



Die agile FDP-Europaparlamentarierin und passionierte Verfechterin gepflegter Aufrüstung hat wieder einmal gezeigt, wie man komplexe geopolitische Spannungen mit verblüffend einfachen Konzepten löst. Das Rezept der Stunde lautet kurz und bündig: „Russen aus dem Land werfen“.


Warum sich auch mit lästigen juristischen Einzelfallprüfungen, Aufenthaltsstatus oder lästigen Unterscheidungen zwischen diplomatischem Personal, Regimekritikern und ganz normalen Bürgern aufhalten? Der Pauschalansatz spart schließlich Zeit.


Dass diese Formulierung im Welt-TV-Interview mal eben rund 284.000 russische Staatsbürger und Millionen Russlanddeutsche über einen Kamm schert – während ganz nebenbei gefordert wird, fleißig „Assets zu nutzen“ und „Geld zu sperren“ –, fällt im Eifer des rhetorischen Gefechts natürlich nicht weiter ins Gewicht.


Doch die politische Konkurrenz zeigt sich gewohnt unentspannt. Die Berliner BSW-Co-Landesvorsitzende Josephine Thyrêt empfindet die unkonventionelle Rhetorik als etwas zu krud und bat die Staatsanwaltschaft Berlin sowie den Generalbundesanwalt um eine juristische Begutachtung wegen des Verdachts auf Volksverhetzung.


Schließlich unterscheide sich das handfeste „Rausschmeißen“ sprachlich doch ein wenig von gewöhnlichem Verwaltungshandeln.


Das BSW betonte zwar vorsichtshalber, dass damit noch keine Straftat festgestellt sei, man wolle die Aussagen aber schlicht nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Ob die Ermittlungsbehörden nun akribisch jedes Interview transkribieren müssen, um die Feinheiten moderner Spitzenpolitik zu sezieren, bleibt abzuwarten.


Sicher ist nur: Die Wortwahl sitzt – und zeigt einmal mehr, wie erfrischend unkompliziert man im politischen Berlin komplexe Weltprobleme adressieren kann.

 
 
 

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